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ARBEITEN IN LIECHTENSTEIN

Liechtenstein ist ein Jobwunder mit nahezu gleich vielen Arbeitsplätzen wie Einwohnern. Täglich pendeln mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmenden aus dem Ausland ins Fürstentum zur Arbeit. Traumjobs in der Industrie, in der Finanzbranche oder im Gewerbe ziehen Talente an. Liechtensteiner Unternehmen bieten diesen Arbeitskräften einen interessanten Arbeitsort mit Perspektiven.

Arbeit und Aufenthalt

Ist eine Stelle in Liechtenstein gefunden, stellt sich schnell die Frage, wie allfällige Bewilligungen beantragt werden. Je nach Staatsangehörigkeit des Arbeitnehmenden sind andere Regelungen zu beachten. Trotzdem hält sich der Aufwand für Arbeitgebende und Arbeitnehmende in Grenzen. 

Für Personen, die ihren Wohnsitz im Inland haben, bedarf es zum Antritt einer Arbeitsstelle in Liechtenstein grundsätzlich keiner Bewilligung. Dies gilt unabhängig von der Nationalität. Vorbehalten sind Lehrstellen für Auszubildende. Diese dürfen nur von Arbeitgebenden angeboten werden, die über eine entsprechende Bildungsbewilligung verfügen. Für Arbeitnehmende ohne Wohnsitz in Liechtenstein, sogenannte Grenzgänger, gelten unterschiedliche Vorschriften bezüglich dem Erhalt einer Bewilligung. Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Grenzgänger.

Restriktives Aufenthaltsrecht

Das liechtensteinische Aufenthaltsrecht ist restriktiv. Ausländische Arbeitnehmende können in der Regel nicht Wohnsitz in Liechtenstein nehmen, auch wenn sie von einem inländischen Unternehmen angestellt werden. Um als ausländischer Arbeitnehmender in Liechtenstein Wohnsitz nehmen zu können, bedarf es einer Aufenthaltsbewilligung. Für EWR-Staatsangehörige, die bereits in Liechtenstein erwerbstätig sind, werden hierzu jährlich 56 Aufenthaltsbewilligungen (B) vergeben. Die Hälfte dieser Bewilligungen wird verlost. Die andere Hälfte vergibt die Landesregierung. Die Verlosungen finden jeweils im Frühling und im Herbst statt. Schweizer Erwerbstätige sind hiervon ausgeschlossen. Für sie stehen jährlich zwölf Bewilligungen bereit, welche von der Landesregierung vergeben werden.

Angehörige von Drittstaaten können nur dann eine Aufenthaltsbewilligung (B) erhalten, wenn der Antragsteller Führungskraft, Spezialist oder ein anderer qualifizierter Arbeitnehmender mit abgeschlossener Berufslehre oder langjähriger Berufserfahrung ist.

Weitere Informationen zum Thema Aufenthaltsbewilligung erteilt das Ausländer- und Passamt

Grenzgänger

Grenzgänger gehören zu Liechtenstein. Rund 53 % der Arbeitnehmenden pendeln täglich aus dem Ausland zu ihrem Arbeitsplatz ins Fürstentum. Ob ein Arbeitnehmender eine Grenzgängerbewilliugng, eine Grenzgängermeldebestätigung oder überhaupt keine Bewilligung benötigt, hängt von der Nationalität ab. 

Bei Grenzgängern, d.h. bei Arbeitnehmenden mit Wohnsitz im Ausland, ist jeweils zu unterscheiden, ob es sich um einen Schweizer Staatsangehörigen, einen EWR-Staatsangehörigen oder um einen Angehörigen eines Drittstaates handelt. Grenzgänger pendeln in der Regel zwischen Wohn- und Arbeitsort und kehren täglich nach Hause zurück.

Von der Pflicht zur Rückkehr an den Wohnsitz können Personen befreit werden, welche als Pfleger oder im Gastgewerbe im Rahmen eines Arbeitsvertrages mit Zimmerstunden tätig sind. Diese Personen müssen mindestens einmal in der Woche an ihren Wohnsitz im EWR oder in der Schweiz zurückkehren.

Schweizer Staatsangehörige

Schweizer Staatsangehörige sind beim Antreten von Arbeitsstellen in Liechtenstein frei. Sie brauchen vor dem Stellenantritt keine fremdenpolizeiliche Bewilligung und der Arbeitgebende muss keine Meldepflicht beachten.

EWR-Staatsangehörige

Nimmt ein EWR-Staatsangehöriger eine Stelle an, ist dies meldepflichtig. Der Arbeitgebende ist verpflichtet, die Anstellung spätestens binnen zehn Tagen nach Arbeitsantritt dem Ausländer- und Passamt bekanntzugeben. Dem Arbeitnehmenden wird daraufhin eine sogenannte Grenzgängermeldebestätigung ausgestellt. EWR-Staatsangehöriger ist, wer Bürger eines zum Europäischen Wirtschaftsraum gehörenden Staates ist. Informationen zum EWR und den Mitgliedsstaaten finden Sie hier

Angehörige von Drittstaaten

Angehörige eines Drittstaates benötigen vor Stellenantritt eine sogenannte Grenzgängerbewilligung. Diese auf ein Jahr befristete Bewilligung wird vom Ausländer- und Passamt nur ausgestellt, wenn besondere Voraussetzungen erfüllt sind. So ist beispielsweise erforderlich, dass auf dem bewilligungsfreien Arbeitsmarkt nachgewiesenermassen kein geeigneter Arbeitnehmender gefunden werden konnte. Das vollständig ausgefüllte Gesuch muss spätestens 14 Tage vor dem geplanten Stellenantritt beim Ausländer- und Passamt eingereicht werden. Die Arbeitsstelle kann erst nach Erteilung der Bewilligung angetreten werden.

Sozialversicherungssystem

Staatliche Vorsorge, betriebliche Vorsorge und Selbstvorsorge stellen die drei zentralen Säulen dar, auf welchen das liechtensteinische Sozialversicherungssystem basiert. Mit diesem Netzwerk decken Erwerbstätige Risiken wie Krankheit, Unfall, Invalidität oder Arbeitslosigkeit ab und leisten Vorsorge für den Ruhestand.

Arbeitnehmende in liechtensteinischen Betrieben kommen in den Genuss eines Sozialversicherungssystems, das einerseits die verschiedenen Risikobereiche abdeckt und andererseits vom Arbeitgebenden zum Teil mitfinanziert wird. Während die erste und zweite Säule obligatorische Absicherungen darstellen, ist die dritte Säule freiwillig.

Erste Säule: AHV, IV, FAK und ALV

Die erste Säule des liechtensteinischen Sozialversicherungssystems stellt die obligatorische staatliche Vorsorge dar und dient dazu, die Existenzsicherung aller Erwerbstätigen zu gewährleisten. Obligatorisch versichert sind alle in Liechtenstein wohnhaften oder erwerbstätigen Personen. Ist ein Arbeitnehmender in Liechtenstein und in einem Nachbarstaat erwerbstätig, müssen die Sozialversicherungsbeiträge auf dem gesamthaft erzielten Einkommen im Wohnstaat entrichtet werden. Die erste Säule umfasst:

  • Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)
  • Invalidenversicherung (IV)
  • Familienausgleichskasse (FAK)
  • Arbeitslosenversicherung (ALV, keine Beiträge auf Lohnteilen über CHF 126'000)
  • Ergänzungsleistungen

Arbeitnehmende und Arbeitgebende bezahlen einen prozentualen Anteil des Salärs an die Vorsorgeeinrichtung, eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt unter Oberaufsicht der Regierung. Es ist die Aufgabe des Arbeitgebenden, die jeweiligen Beträge vom Lohn abzuziehen und an die entsprechende Stelle zu überweisen.

Für die AHV bezahlt der Arbeitnehmende 3.8 % und der Arbeitgebende 4 % des Lohns. Für die IV kommen nochmals 0.75 % seitens Arbeitnehmender und 0.75 % seitens Arbeitgebender dazu. Die FAK übernimmt der Arbeitgebende mit 1.9 %. Zusätzlich leistet der Arbeitgebende auch Verwaltungskosten von 0.4704 %. Die ALV schlägt auf Seite der Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden mit zusätzlichen 0.5 % zu Buche. Total werden dem Arbeitnehmenden also 5.05 % seines Salärs abgezogen und der Arbeitgebende leistet zusätzliche 7.6204 %. Selbstständig Erwerbende bezahlen die Beiträge je nach Höhe des Einkommens gestaffelt und nicht Erwerbstätige bezahlen einen Jahresbeitrag, welcher abhängig von Vermögen, Renteneinkommen und anderen Faktoren ist. Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei den Büros der AHV/IV/FAK/ALV.

Zweite Säule: PK, OUFL, KV

Auch die zweite Säule besteht aus obligatorischen Versicherungen. Bei der betrieblichen Vorsorge gibt das Gesetz einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Vorsorge frei gestaltet werden kann. Wären Arbeitnehmende nur in der ersten Säule versichert, müssten in einem Versicherungsfall (Alters-, Witwen-/Witwer-, Waisen-, Invalidenrenten) empfindliche finanzielle Einbussen hingenommen werden. Die zweite Säule soll die gewohnte Lebensführung im Versicherungsfall sicherstellen. Zur betrieblichen Vorsorge gehören die Pensionskasse (PK), die Krankenversicherung (KV) und die obligatorische Unfallversicherung (OUFL).

Wie bei Versicherungen der ersten Säule ist es auch bei der PK die Aufgabe des Arbeitgebenden, den Arbeitnehmenden entsprechend anzumelden und die Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung abzuführen. Diese Beiträge erbringen Arbeitnehmende und Arbeitgebende in der Regel hälftig, wobei je nach Reglement Abweichungen möglich sind. Obligatorisch müssen alle Arbeitnehmenden versichert werden, deren AHV-pflichtiger Lohn über CHF 20'880 liegt. Die Beiträge werden ab dem 18. Altersjahr (Invalidität, Tod) bezahlt. Ab dem 24. Altersjahr beginnt zusätzlich das Alterssparen.

Die KV gewährleistet bei Arbeitsunfähigkeit ein Krankentaggeld von mindestens 80 % des AHV-pflichtigen Lohnes. Während die Beiträge von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden je zur Hälfte getragen werden, ist für den Abschluss der Versicherung und das Abführen der Beiträge an die jeweilige Versicherungsgesellschaft der Arbeitgebenden zuständig. Die Krankentaggeldversicherung ist obligatorisch für über 15-jährige Angestellte, die für ein Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Liechtenstein tätig sind. Die Krankenpflegeversicherung hingegen müssen alle in Liechtenstein wohnhaften oder arbeitenden Personen (ausser Grenzgänger aus Nicht-EWR-Staaten, z.B. der Schweiz) abschliessen. Der Arbeitgebende beteiligt sich mit einem festgelegten Beitrag an der Krankenpflegeversicherung.

Als drittes Element der betrieblichen Vorsorge besteht schliesslich OUFL. Sie ist aufgeteilt in die Bereiche Betriebsunfall- und Nichtbetriebsunfallversicherung. Die Betriebsunfallversicherung versichert Berufsunfälle sowie Berufskrankheiten (z.B. Arztkosten, Arzneimittelkosten etc.) und ist zur Gänze vom Arbeitgebenden zu bezahlen. Die Nichtbetriebsunfallversicherung versichert alle Unfälle, die nicht im Zusammenhang mit der Arbeit stehen (Freizeit) und erbringt dabei dieselben Leistungen wie die Betriebsunfallversicherung. Die Prämien der Nichtberufsunfallversicherung trägt der Arbeitnehmende. Der Arbeitgebende zieht den Arbeitnehmerbeitrag direkt vom Lohn ab und überweist diesen an den Versicherer.

Dritte Säule: Freiwillige Vorsorge

Als dritte Säule kennt das liechtensteinische Sozialversicherungssystem die freiwillige, private Vorsorge, welche eine individuelle Ergänzung zur ersten und zweiten Säule darstellt. Allfällige Vorsorgelücken des Arbeitnehmenden aus der ersten und zweiten Säule können so geschlossen werden. Oftmals wird die private Vorsorge im Rahmen von privaten Lebensversicherungen gestaltet. Die dritte Säule wir zu 100 % vom Arbeitnehmenden finanziert und eigenverantwortlich abgeschlossen. Weder Arbeitgebender noch der Staat sind in diesen Prozess involviert.

Lohnsteuer

Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, vom Lohn ihrer Angestellten die Lohnsteuer abzuziehen und der Steuerverwaltung abzuliefern. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs wird jeweils von der Steuerverwaltung festgelegt. Doch es gibt unterschiedliche Regelungen, je nach Wohnort des Arbeitnehmenden.

Allen in Liechtenstein erwerbstätigen Personen, die in einem unselbstständigen Angestelltenverhältnis beschäftigt sind, wird eine Lohn- oder Quellensteuer auf den unselbstständigen Erwerb und weitere Einnahmen erhoben. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs wird jeweils von der Steuerverwaltung festgelegt. Der Grenzsteuersatz beträgt zwischen 3 % (für Einkommen über dem Grundfreibetrag) und maximal 24 %. Zusätzlich füllt der Liechtensteiner zur definitiven Abrechnung der Steuern jährlich eine Steuererklärung aus. Diese ist jedoch recht einfach gehalten und lässt sich vergleichsweise schnell ausfüllen.

Arbeitnehmende mit Wohnort im Ausland

Teilweise besteht eine beschränkte Steuerpflicht für Arbeitnehmende mit Wohnsitz im Ausland. Auch bei ihnen wird eine Lohnsteuer (Quellensteuer) erhoben auf:

  • Erwerb aus unselbstständiger Tätigkeit/Ersatzeinkünfte
  • Sitzungsgelder
  • Renten-/Kapitalleistungen der ersten und zweiten Säule
  • Leistungen aufgrund der Auflösung eines Freizügigkeitskontos bzw. einer Freizügigkeitspolice

Je nach Wohnort ist die Regelung unterschiedlich. Am einfachsten ist die Abrechnung für Angestellte mit Wohnort in der Schweiz. Sie bezahlen in Liechtenstein keine Steuern. Das gesamte Einkommen versteuern diese Arbeitnehmenden an ihrem Wohnort in der Schweiz. Angestellten mit Wohnsitz in Österreich wird eine pauschale Quellensteuer in der Höhe von 4 % vom Lohn abgezogen. Dieser Betrag wird auf die Einkommenssteuer in Österreich angerechnet. Wohnen Arbeitnehmende in Deutschland, bezahlen sie in beiden Staaten Steuern. In Liechtenstein wird eine Quellensteuer, abhängig von der Höhe des Verdienstes, erhoben. Diese wird an die zu bezahlende Einkommenssteuer in Deutschland angerechnet.

Angestellte im öffentlichen Dienst

Eine Ausnahme von diesen Regelungen bilden die Angestellten der öffentlichen Verwaltung oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Institutionen mit Wohnsitz im Ausland. Für diese gilt, dass sie ihr Einkommen, nicht aber das Vermögen, in Liechtenstein versteuern. Aus diesem Grund muss eine komplette Steuererklärung ausgefüllt und beim Steueramt in Liechtenstein eingereicht werden. Je nach Land des Wohnsitzes wird dabei unterschieden zwischen Angestellten von:

  • öffentlich-rechtlichen Einrichtungen mit hoheitlichen Befugnissen
  • öffentlich-rechtlichen Einrichtungen ohne hoheitliche Befugnisse

Ist für Angestellte von öffentlich-rechtlichen Einrichtungen mit hoheitlichen Befugnissen die Steuerpflicht mit der Entrichtung der Steuer in Liechtenstein abgeschlossen, werden bei Arbeitnehmern von öffentlich-rechtlichen Einrichtungen ohne hoheitliche Befugnisse die in Liechtenstein entrichteten Steuern nur an die im Wohnortland geschuldeten Steuern angerechnet.